ISBN: 978-3-8260-1747-6 Autor: Faber Richard, Holste Christine (Hrsg.) Erscheinungsjahr: 2000 Seitenanzahl: 464 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Dieser Sammelband geht der von Georg Simmel und Max Weber aufgeworfenen Frage nach: Wie ist das Bemühen um die Organisation des Nicht-Organisierbaren in der Moderne überhaupt möglich? Denn: "L'esprit abhorre les groupements". Dieses Wort Paul Valérys hat Alfred Zirkel schon 1961 zitiert und angemerkt: "Kleine Gruppen und Zirkel sind das Äußerste, wozu es kommen kann, also nicht typische Intellektuellenassoziationen, die es nicht gibt, weil Organisation überhaupt untypisch ist für Intellektuelle." Als die für alle im Sammelband untersuchten Kreise zentralen Problemkreise haben sich herausgestellt: Wie konstituierte sich die jeweilige Gruppe? Wer wurde von wem auf welche Weise und zu welchem Zweck angeworben? Nach welchen Prinzipien war die Gruppe (un-)organisiert? Wie entwickelte sie sich und gruppierte sich um? Welchen Einfluß übte sie auf wen und auf welchem Wege aus? Aufgrund welcher Probleme drohte sie zu scheitern und löste sie sich eines Tages tatsächlich auf? Oder wurde sie aufgelöst? Von wem und warum? Vorwort - Einleitung - Wolfgang Eßbach: Intellektuellengruppen in der bürgerlichen Kultur - I. Künstler: Richard Faber: Der Schwabinger Imperatorenstreit, (k)ein Sturm im Wasserglas. Über die Münchner Bohème im allgemeinen und die "Kosmische Runde" im besonderen - Günter Baumann: Der George-Kreis - Richard Reichensperger: Zur Praxis kommunikativen Handelns. Das "Café Griensteidl" in Wien - Gregor Wedekind: Der Münchner "Blaue Reiter" - Bruderschaft der Avantgarde - Reinhard Brenneke: Der Berliner Club dada (1918-20) - Klaus-Georg Riegel: Virtuosen des sozialistischen Realismus. Interne Disziplinierungsprozesse in den Reihen deutsch-sprachiger Exilschriftsteller in Moskau (1936) - Gerd Koch: Hans Grimms Lippoldsberger Dichterkreis - II. Wissenschaftler: Jürgen Seifert: Joachim Ritters "Collegium philosophicum" - Manfred Lauermann: Wiener Kreis als Kreis von Kreisen - Karen Michels: Die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg - Geza von Essen: Max Weber und die Kunst der Geselligkeit - Hubert Cancik: Formen der Nietzsche-Rezeption in Deutschland. Archiv, Bewegung, Gesellschaft, Kult, Museum und Bestand - Albrecht Betz: "Strahlungen"? Das deutsche Kulturinstitut in Paris (1940-1944) - III. Neureligiöse: Wolf-Daniel Hartwich: Richard Wagners ästhetische Herrschaftsform. Zur Soziologie der "Bayreuther Idee" - Hubert Treiber: Nietzsches "Kloster für freiere Geister". Zu einer höchst zeitgemäßen Vision eines Unzeitgemäßen - Karin Bruns: "Wir haben mit den Gesetzen der Masse nichts zu tun." Organisationsstrukturen und -konzepte in der "Neuen Gemeinschaft" - Helmut Zander: Rudolf Steiner und die frühe Theosophie in Deutschland. Vom esoterischen Zirkel zum Weltanschauungskonzern - (k)eine Organisationsgeschichte anthroposophischer Intellektualität - Justus H. Ulbricht: Massenfern und klassenlos oder: "Wir brauchen eine Brüderschaft im Geiste, die schweigend wirkt." Die Organisation der Gebildeten im Geiste des Jenaer Eugen Diederichs Verlags - Christine Holste: Königliche des Geistes - ohne König. Der Potsdamer Forte-Kreis (1910-1915) - Barbara von Reibnitz: Der Eranos-Kreis. Religionswissenschaft und Weltanschauung oder der Gelehrte als Laienpriester - Zusammenfassung - Jürgen Frese: Intellektuellen-Assoziationen Die Herausgeber Richard Faber ist Privatdozent für Soziologie (der Literatur) an der FU Berlin. Christine Holste ist Lehrbeauftragte für Kulturwissenschaft und Architektursoziologie in Berlin.
ISBN: 978-3-8260-1553-3 Autor: Faber Richard, Krech Volkhard (Hrsg.) Erscheinungsjahr: 1999 Seitenanzahl: 308 Kurzinhalt: Die deutsche Kultursoziologie der Jahrhundertwende ist gerade auch Religionssoziologie und - speziell bei Georg Simmel und Max Weber - im Bewußtsein einer unter Gebildeten weitestgehenden Ablösung der Religion durch Kunst und Ästhetik. Als Pointe dieser, positiv oder negativ bewerteten, Zeitdiagnose kann angesehen werden, daß der Ästhetisierung der Religion eine tendenzielle 'Religiosisierung' der Ästhetik entspricht, bis zur Indienstnahme eines ursprünglichen "l'art pour l'art" durch eine neue Politische Religion. Nicht erst im Falle Stefan Georges hat sich diese aus einem Ästhetizismus herausentwickelt. Schon Friedrich Nietzsches erster philosophischer Titel rekonstruiert die "Geburt der (Wagnerschen) Tragödie aus dem Geist der (absoluten) Musik" und im Gewand einer altertumswissenschaftlichen Studie (über den Ursprung der altgriechischen Tragödie). Durch die in der 'klassischen' Soziologie thematisierte Nähe von Kunst und Religion angeregt, will der Sammelband einen Beitrag zur historisch-systematischen Verhältnisbestimmung beider Größen heute leisten. Nach einer partiellen Rekonstruktion und expliziten Problematisierung jener Soziologie werden in kulturgeschichtlichen Fallstudien die 'klassisch'-soziologischen Theoreme indirekt verifiziert bzw. falsifiziert. Altertumswissenschaftler sind an diesem Unternehmen genauso beteiligt wie Kunst-, Literatur- und Religionswissenschaftler. Der Sammelband bewegt sich speziell im Continuum von Kunst und Religion, doch generell bzw. interdisziplinär in dem von Kultursoziologie und Kulturgeschichte. Inhalt: Vorwort - Volkhard Krech: Die Geburt der Kunst aus dem Geist der Religion? Verhältnisbestimmungen von Kunst und Religion um 1900 - Klaus Lichtblau: "Innerweltliche Erlösung vom Rationalen" oder "Reich diabolischer Herrlichkeit"? Zum Verhältnis von Kunst und Religion bei Georg Simmel und Max Weber - Philippe Despoix: Dichterische Prophetie und polytheistisches Erzählen. Zu Max Webers impliziter Bestimmung des literarischen Mediums - Eva Cancik-Kirschbaum: Religionsgeschichte oder Kulturgeschichte? Über das Verhältnis von Kunst und Religion im Alten Orient - Peter Pörtner: Saigyô - ein japanischer Dichter zwischen Kunst und Religion - Achatz von Müller: "ll viso per la pittura vive lunga vita". Zur Sozialfunktion religiöser Bildstiftungen im italienischen Spätmittelalter - Susanne Lanwerd: "Und sie haben sich die Unsterblichkeit ermalt"? Ein religionswissenschaftlicher Versuch über das Verhältnis von Kunst und Religion - am Beispiel Stefan Lochners - Thomas Schröder: Christologie? Säkulare Bestimmungsversuche am A und O politischer Theologie um 1800 - Richard Faber: Von erotischer Mystik zu mystischer Erotik. Friedrich von Spee und Friedrich von Hardenberg im Vergleich - Marja Rauch: Robert Musil zwischen Säkularisierung der Religion und Sakralisierung der Kunst - Wolf-Daniel Hartwich: Kunst und Religion der Zukunft. Richard Wagners theoretische Schriften und dramatische Entwürfe von 1848/49 - Wolfgang Braungart: Kult, Ritual und Religion bei Stefan George - Marina Schuster: Bildende Künstler als Religionsstifter. Das Beispiel der Maler Ludwig Fahrenkrog und Hugo Höppener genannt Fidus - Claus-E. Bärsch: Die Außenseite von Seele. Religion, Kunst und Rasse in Alfred Rosenbergs "Mythus des 20. Jahrhunderts" Die Herausgeber Richard Faber, Dr. phil., geb. 1943, ist Privatdozent für Soziologie (der Literatur) an der FU Berlin.Volkhard Krech, Dr. rer. soc., geb. 1962, ist Referent für Soziologie an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg.
ISBN: 9783826033230 Autor: Kittstein Ulrich Erscheinungsjahr: 2006 Seitenanzahl: 380 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Die narrative Verfaßtheit von Geschichte wird seit längerem in verschiedenen kulturwissenschaftlichen Disziplinen intensiv diskutiert. Der theoretische Teil der vorliegenden Studie knüpft an diese Debatten an und erörtert unter systematischen Gesichtspunkten, wie Geschichte in Wissenschaft und Dichtung erzählend entworfen werden kann. Die folgenden, interpretierenden Kapitel rekonstruieren dann anhand von theoretischen und fiktionalen Texten zentrale Aspekte des ‚Geschichtsdiskurses' in der Weimarer Republik und in den Jahren des Exils: Geschichte als narrative Konstruktion im Rahmen der ‚Krise des Historismus', die Bedeutung der biographischen Form und schließlich die Auseinandersetzung mit dem Faschismus im historischen Erzählen der Exilautoren. Die Grenzen wie auch die vielfältigen Möglichkeiten erzählender Geschichtsentwürfe, verstanden als Sinndeutungen vergangenen Geschehens aus der Perspektive der Gegenwart, treten so deutlicher zutage. Der Autor Ulrich Kittstein, geb. 1973, ist Wissenschaftlicher Assistent und Privatdozent im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Mannheim. Dissertation zu Eduard Mörike; Aufsätze und Handbuchbeiträge zur Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts und zur Literaturverfilmung.