ISBN: 978-3-8260-1775-9 Autor: Noppeney Uta Band Nr: 284 Erscheinungsjahr: 2000 Seitenanzahl: 192 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Wo liegen geistiger Gewinn und Gefahren interdisziplinären Denkens? Dieser Frage widmet sich die Arbeit, indem sie Kurt Goldstein (1878-1965) auf seinen Grenzgängen zwischen Neurologie, Psychologie und Philosophie begleitet. Sein vielschichtiges Werk ist gekennzeichnet durch das Streben, widersprüchliche Ideen seiner Zeit aufzuspüren und in übergreifenden Theorien zusammenzuführen. Wissenschaftstheoretisch widersetzt sich Goldstein den analytisch-reduktionistischen Erklärungsstrategien seiner Zeit. In seinem gestaltpsychologisch geprägten Organismuskonzept gewinnen die atomistischen Daten der Empirie allererst in einer Gesamtschau ihre Bedeutung. Menschliches Verhalten läßt sich nur als ein Zugleich von Leib, Geist und Seele verstehen. In der Neurologie wehrt sich Goldstein gegen die Tendenz, komplexe Leistungen lokalisierbaren neuronalen Modulen zuzuschreiben. Als holistischer Denker sucht er verschiedenste Krankheitsbilder auf eine Störung der "Abstrakten Haltung" als einer Grundfähigkeit des Menschen zurückzuführen. Nach einer ideengeschichtlichen Einführung leuchtet die Arbeit an den Krankheitsbildern der amnestischen Aphasie und der Katastrophenreaktion das Konzept der Abstrakten Haltung weiter aus. Entwickelt Goldstein eine überzeugende Konzeption vom Menschen, die in Einklang mit Ergebnissen moderner Wissenschaft steht? Sein Denken deckt Spannungen auf, die den parzellaren Charakter moderner Forschungsansätze verdeutlicht. Die Autorin Studium der Medizin und der Philosophie an der Universität Freiburg, dem University College London und der John Hopkins University, Baltimore. Promotion 98. Zur Zeit Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der kognitiven Neurowissenschaft.
ISBN: 978-3-8260-2630-0 Autor: Sändig Brigitte Erscheinungsjahr: 2004 Seitenanzahl: 294 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Albert Camus ist ein Autor, an dem sich nach wie vor die Meinungen polarisieren: Von den einen wird er als anachronistischer Moralist abgetan, von den anderen als Jahrhundertautor und unbeugsamer Gegner des Totalitarismus verehrt. In dieser apodiktischen Entgegensetzung versucht der Band nicht zu vermitteln, wohl aber zu differenzieren: Die hier versammelten Arbeiten zum literarischen und essayistischen Schaffen Camus' sowie zur Rezeption des Autors in Deutschland, Frankreich und Algerien betonen die Prägung, die Camus durch sein Geburtsland Algerien empfing, und lassen die Bedeutung seiner öffentlich-politischen Rolle - auch und besonders für die Länder des Ostens - deutlich werden. Die Autorin Brigitte Sändig, geb.1944; Studium der Romanistik und Germanistik in Leipzig; Entwicklungshilfe in Algerien; 1973 Promotion; 1990 Habilitation. 1973-1991 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der AdW, dann Forschungsschwerpunkt für Literaturwissenschaft. 1994-1997 Lehrstuhlvertretungen in Trier und Osnabrück, Gastprofessur an der Penn State University (USA); seit 1997 Professorin für Romanistische Literaturwissenschaft/Französisch an der Universität Potsdam. Veröffentlichungen: Albert Camus. Eine Einführung in Leben und Werk, Leipzig 1983, 1988,1992; rororo-Monographie Camus, Reinbek 1995, 2000. Herausgabe von Werken Camus', Gides, Malraux' und Chateaubriands sowie einer Dokumentation der Wirkung Camus' in den osteuropäischen Ländern; Studien zur Rezeptionsgeschichte, zur frankophonen Literatur Afrikas, zum Verhältnis von Literatur und Kolonialismus sowie zur Wirkung der Aufklärung; zahlreiche Aufsätze zur französischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts.
ISBN: 978-3-8260-3557-9 Autor: Minca Bogdan, Partenie Catalin (Hrsg.) Band Nr: 4 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Alexandru Dragomir (1916-2002) begann 1941 eine Promotion in Freiburg bei Martin Heidegger. Seine Denkübungen im Zeichen der Phänomenologie werden in Rumänien seit 2004 in mehreren Bänden herausgegeben. Der vorliegende Band präsentiert die phänomenologischen Übungen, die Alexandru Dragomir im Lauf von mehr als fünf Jahrzehnten zur Frage nach der Zeit erarbeitet hat, erstmals auf Deutsch. Die 2006 im rumänischen Original posthum erschienenen Hefte zeigen die eiserne Disziplin, sich selbst und Fragen, die jenseits des Alltags liegen, treu zu bleiben. Ihre Stärke liegt weniger in einer systematischen Ausarbeitung der philosophischen Fragestellung als in der Unnachgiebigkeit des Denkens in einer Zeit politischer Verfolgung. Dragomirs Aufzeichnungen sind Dokumente eines stillschweigenden Widerstands während des kommunistischen Regimes in Rumänien. Somit bietet dieses Buch nicht nur ein kritisch sondierendes Register überlieferter Fragestellungen mit eigenen, weiterführenden Erwägungen zu einem der zentralen Themen der Philosophie. Es ist auch und vor allem eine Hommage an die Freiheit. Die Herausgeber Bogdan Minca studierte Philosophie und Altgriechisch an der Universität Bukarest sowie an der Universität Freiburg i. Br. Catalin Partenie ist Professeur Associé an der Université du Québec à Montréal und Dozent an der Fakultät für Politische Studien sowie an der Nationalen Schule für Politische und Administrative Studien in Bukarest. Die Übersetzerin Eveline Cioflec promivierte 2008 an der Universität Freiburg i. Br.
ISBN: 978-3-8260-3880-8 Autor: Oldemeyer Ernst Erscheinungsjahr: 2008 Seitenanzahl: 200 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Das Verlangen Schönes wahrzunehmen, zu konsumieren, zu besitzen, gehört zu den Wesensmerkmalen der Menschengattung. Welche Vorformen dieses Bedürfnis im Prozeß der Menschwerdung durchlaufen haben mag – geschichtlich greifbar wird es mit den ersten Spuren menschlichen Herstellens von Schönem: mit dem Auftreten von Kunst (Werkzeugverzierung, Höhlenmalerei, Kleinplastik). Die reiche Geschichte der Kunst umfaßt bereits Jahrzehntausende; doch lange blieb der Umgang mit Schönem über die Kunst etwas Außeralltägliches, Seltenes, oft sozial Exklusives. Das änderte sich, als mit der ,industriellen Revolution‘ das 18./19. Jahrhunderts Schönes auch technisch produzierbar und reproduzierbar wurde. Das Alltagsleben in den Wohlstandszonen der Erde wurde seitdem für die meisten Menschen zunehmend ästhetisiert, vor allem durch Massenmedien, Warenwerbung und technisches Design. Die Beiträge des Buches beschäftigen sich mit zentralen Faktoren dieser Alltagsästhetisierung sowie mit ihrer Bedeutung für eine Kunst, die sich nicht in das Moden- und Interessenkarussell der Werbung einspannen lassen will. Der Autor Studium der Philosophie, Germanistik und Geschichte in Bonn und Freiburg i.Br.; 1960 Promotion in Freiburg; 1969 Habilitation für Philosophie an der Universität Karlsruhe (TH); 1974-1993 Professor für Philosophie ebendort.
ISBN: 9783826025655 Autor: Speer Andreas (Hrsg.) Erscheinungsjahr: 2003 Seitenanzahl: 226 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Vorwort - A. Speer: Anachronismen - zur philosophischen Produktivität des Unzeitgemäßen. Eine Einleitung - W. Schmidt-Biggemann: Geschichte, Ereignis, Erzählung. Über Schwierigkeiten und Besonderheiten von Geschichtsphilosophie - T. Borsche: Die rückwirkende Kraft der Geschichte - W. Goris: Der Lauf der Zeit - Über den systematischen Anspruch der Philosophie - W. Jaeschke: »Was ewig ist, findet immer seine Zeit« - Zu philosophiehistorischen Aspekten eines anachronistischen Mottos - G. Löhrer: Anachronismus und Akairie. Wie mit Elementen der philosophischen Tradition umgehen? Beispiel: Anselm von Canterburys Begriff der »rectitudo« - K. Mertens: Widerstände gegen die hermeneutische Vereinnahmung. Das Problem der Endlichkeit des Daseins in Heideggers Auslegung von Kants ›Kritik der reinen Vernunft‹ - U. J. Schneider: Anachronismus und Zeit der Philosophie in denLeibniz-Interpretationen von Martin Heidegger und Gilles Deleuze - L. Tengelyi: Erfahrung und Selbstspaltung - M. Lutz-Bachmann: Zeitkern der Theorie und Zeitkritik. Zur zeitgemäßen Unzeitgemäßheit der Kritischen Theorie - M. Sandbothe: Ist ›Wahrheit‹ ein Anachronismus? - G. W. Bertram: Wovor weicht die Dekonstruktion nicht aus? oder Ist das Unzeitgemäße unumgänglich? - W. G. Jacobs: Anachronismen und Alternativen: Zur Bedeutung philosophischer Editionen - Index nominum Der Herausgeber Andreas Speer ist Ordinarius für Philosophie an der Universität Würzburg. Ab Wintersemester 2003 Leiter des Thomas-Institut in Köln.
ISBN: 9783826013133 Autor: Eusterschulte Anne Band Nr: 194 Erscheinungsjahr: 1997 Seitenanzahl: 541 Kurzinhalt: Im ersten, philosophisch-propädeutischen Hauptteil der Studie wird ein historisch-systematischer Rückblick auf Rolle und Funktion philosophischer Analogievorstellungen gegeben. Im Zentrum des zweiten Hauptteils steht Brunos Bezugnahme auf den spätantiken Neuplatonismus bzw. die Modifikation neuplatonischer Philosopheme, wie es sich anhand des Einheitsbegriffs und der Weltseelenlehre zeigen läßt. Auf der Basis einer Übersetzung und Interpretation von Texten aus dem lateinischen Werk Brunos sowie unter Einbeziehung der maßgeblich rezipierten Schriften zeitgenössischer wie scholastischer Tradition wird das Analogiekonzept des Nolaners unter verschiedenen Hinsichten untersucht. Anhand einer Reihe von Stichen und Holzschnitten aus dem Spätmittelalter und der Renaissance werden Elemente der philosophischen Argumentation begleitend auf der Ebene ikonographischer bzw. allegorischer Tradition vor Augen geführt. Die Autorin Anne Eusterschulte studierte Kunst, Germanistik und Philosophie an der Universität Kassel. Seit 1992 ist sie dort Lehrbeauftragte im Fach Philosophie. Sie arbeitet an einer umfassenden systematischen Studie zum Naturbegriff im 14.-16. Jahrhundert aus naturphilosophischer wie ästhetischer Perspektive.