ISBN: 978-3-8260-2369-9 Erscheinungsahr: 2002 Seitenanzahl: 210 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Visuelle Medienkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation unserer gegenwärtigen Kultur. Der vorliegende Band stimmt dabei nicht in die Klage über das von der Bilderflut erzeugte sekundäre Analphabetentum und das vermeintliche Verschwinden der Wirklichkeit in ihren perfekten Simulationen ein. Ebensowenig aber affimiert er die viel beschworene Effizienz visueller Kommunikation oder die Verallgemeinerung der ästhetischen Freiheit des schönen Scheins als solche. Versucht wird vielmehr - jenseits des programmatischen Ikonoklasmus der Moderne und der verträumten Idolatrie der Postmoderne - Bedingungen und Kriterien einer visuellen Medienkompetenz zu bestimmen, die Grundlage produktiver und reflektierter Interventionen im gegebenen kulturellen Kontext sein können. Es geht u.a. um die Verkabelung des Britischen Empire und den bemerkenswerten Zusammenhang zwischen mathematischen Formalisierungen elektromagnetischer Phänomene und kulturwissenschaftlichen Reflexionen über die Zerstörung des Denk- und Vorstellungsraumes, die diese Urgeschichte moderner Telekommunikation begleitet haben; um die Geschichte und aktuelle Relevanz der Kartographie als Visualisierungsmodell, um Programmiersprachen des Internets, ihre Affinität zu Schrift und Bild und die Perspektiven von Bilddatenbanken und Bildsuchmaschinen; um verschenkte Möglichkeiten in den Internetauftritten großer Museen und bewusst für Revisionen offen gehaltene Prozesse künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Internet; um bodies in (e)motion und ihr Verhältnis zu den Medien visueller Darstellung, die auf sie zuzugreifen versuchen; um berühmte Bilder und topoi der Entscheidung und ihre Aussagekraft für die Beurteilung der aktuell möglichen Freiheit visueller Entscheidungen. Die Herausgeber Arthur Engelbert, Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie, Promotion in Kunstgeschichte, Habilitation in Medientheorie und Kunstwissenschaft. 1996-2002 Gesellschaftsgründer/ Geschäftsführer der mib (Gesellschaft für Multimediaproduktionen in Berlin). Seit 1993 Konzeption und Mitgestaltung zahlreicher Multimediaproduktionen (Digitale Galerie in der Gemäldegalerie Berlin). Seit 1993 Gründungsmitglied und Vorsitzender des Medienlabors für kommunikative Strategien e.V. 2000-2001 Leitung des Pilotprojektes Visuelle Medienkompetenz. Seit 1996 Professur Medientheorie und -praxis im Studiengang Kulturarbeit der FH Potsdam Manja Herlt, Studium der Kulturarbeit. Seit 1996 freie Künstlerin/ Tänzerin. 2000-2001 Projektkoordinatorin Visuelle Medienkompetenz
ISBN: 978-3-8260-2538-9 Erscheinungsahr: 2004 Seitenanzahl: 444 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Die sich um 1600 am französischen Hof etablierende Tanzkunst, der sogenannte "Ballet", unterliegt zwischen dem späten 17. und frühen 18. Jahrhundert einem einschneidenden Wandel: In dieser Zeitspanne vollzieht sich nicht nur eine dezidierte Trennung von Gesellschafts- und Theatertanz, sondern es werden auch künstlerischer Auftrag und gesellschaftliche Funktion der jeweiligen Bereiche neu bestimmt. Den Ausgangspunkt zu der vorliegenden Studie, die sich dieser Umbruchphase widmet, bilden schriftliche Quellen zum Tanz, die von zeitgenössischen Kunsttheoretikern und/oder Tanzpraktikern verfaßt wurden: 18 ausgewählte Tanzlehrbücher bzw. "Tanztraktate" französischer, englischer und deutscher Provenienz werden einer eingehenden Analyse unterzogen, um formale bzw. definitorische, dramaturgische, tänzerisch-choreographische und musikalische Kriterien ausfindig zu machen, die den Übergang vom höfisch-zeremoniellen "Ballet de Cour" zum bürgerlich-aufgeklärten "Ballet en Action", dem Vorläufer des späteren, abendfüllenden Handlungsballetts, - zumindest im Rahmen tanzpoetischer Erörterungen - verdeutlichen. Die Autorin Stephanie Schroedter studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte in Salzburg und Köln. Als langjährige Mitarbeiterin des Salzburger Instituts für Musikwissenschaft war sie vor allem mit der Sammlung "Derra de Moroda", einem der Abteilung Tanz und Musiktheater angegliederten Tanzarchiv von internationalem Rang, befasst. Die vorliegende Untersuchung basiert auf ihrer Dissertation, die 2001 mit dem "Tanzwissenschaftspreis Nordrhein-Westfalen" ausgezeichnet wurde. Zudem ist sie als freie Autorin und Redakteurin im Bereich Musiktheater und Konzert tätig.
ISBN: 9783826017612 Erscheinungsahr: 2000 Seitenanzahl: 226 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Die Entwicklung der elektronischen Medien während der letzten Jahrzehnte führte zu einer verstärkten Medienpräsenz in den Lebenszusammenhängen der technisch hochentwickelten Gesellschaften. Bestimmte Teilbereiche des Lebens scheinen sich in die Medienwelt zu verflüchtigen, so daß die Gesamtheit des menschlichen Lebens sich in einem Spannungsfeld zwischen realer und medial konstruierter Wirklichkeit ereignet. So läßt sich konstatieren, daß sich die Funktion der Medien von der Wirklichkeitsvermittlung zur Wirklichkeitsprägung gewandelt hat. In einem ersten Teil des Bandes finden sich die Essays der Medientheoretiker, überarbeitete Vortragsmanuskripte anläßlich der 1. Medienbiennale (Juni 1998) an der Freien Hochschule Kunstseminar Metzingen und die Abschrift eines Disputs. Künstlerpositionen, im weitesten Sinne Selbstdarstellungen zeitgenössischer Medienkünstler, ergänzen die Frage der Wirklichkeitskonstruktion um die des reaktiven Umgangs mit den Medien. Die Darstellung ihrer Denk- und Arbeitsweisen an Hand ausgewählter Kunstwerke aus ihrem Œuvre, vermitteln die Perspektive, daß der Mensch entscheidet und nicht die Technik. INHALT Essays - Jean Pierre Wils: Medien-Welten. Vernichtung oder Verdichtung der Sinne? - Volker Demuth: Medium erhabener Welt. Die Kathedrale als Licht- und Soundmaschine - Johannes Meinhardt: Bild & Bild - Frieder Nake: Kalkulierte und kalkulierende Zeichen: Der Computer als instrumentales Medium - Stefan Heidenreich: Bilderregeln und Weltanschlüsse. Zum Begriff der kulturellen Formation in Filmen und digitalen Spielen - Disput - Verdoppelte Welt - verflüchtigte Realität - Künstlerpositionen - Ulrike Rosenbach: Medienkunst und Medienkünstlerinnen - Marie Jo Lafontaine: Jeder Engel ist schrecklich - Wolf Kahlen: Nichts Staub - Wolf Helzle: Die Erpressung der Wirklichkeit - Jens Gelhaar: Hier und jetzt im Internet. Kunst zwischen Technik, Gesellschaft und Avantgarde - Jürgen Faust: Verschiedene Ebenen der Wirklichkeit Die Herausgeber Volker Demuth studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte in Tübingen und Oxford. Promotion. Seit 1993 freier Schriftsteller, seit 1997 Dozent für Medienphilosophie an der Freien Hochschule Kunstseminar Hetzingen. Robin Wagner studierte Philosophie in Tübingen; Diplom für Kulturdesign an der Freien Hochschule Kunstseminar Metzingen. Seit 1995 freischaffender Künstler, Maler, konzeptionelle und organisatorische Tätigkeit im Feld der Kunst.
ISBN: 9783826031465 Erscheinungsahr: 2005 Seitenanzahl: 288 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Das geschriebene Wort umgibt den Menschen von Kindesbeinen an. Noch ehe er seine erste Fibel in Händen hält, hat er schon Lettern zu Gesicht bekommen; und doch ist die Typografie ein Gegenstand, mit dem er sich in seinem weiteren Leben nicht mehr beschäftigt. Die Allgegenwart von Typografie wird nicht wahrgenommen, obwohl sie eine wesentliche Grundlage des menschlichen Zusammenlebens darstellt. Daher ist die Typografie meist nur ein Betätigungsfeld für wenige Fachleute. Typografie bedeutet aber weit mehr als "Lesbarmachen von Texten": Sie beeinflusst nämlich die Rezeption entscheidend, da Form und Inhalt eine untrennbare Beziehung miteinander eingehen. Das eher geringe Forschungsinteresse an der Typografie zu vergrößern, ist ein Desiderat, dem nicht nur der wissenschaftlich mit dem Wort Befasste - der Sprachwissenschaftler ebenso wie der Buchwissenschaftler - begegnen sollte. Auch der um eine leseorientierte Professionalität bemühte Praktiker - der Grafik-Designer und Mediengestalter - sollte ein Interesse daran haben, seine Tätigkeit immer wieder zu hinterfragen. Diese Untersuchung versucht daher eine Brücke zwischen den genannten Disziplinen zu schlagen, indem sie das wissenschaftliche Rüstzeug mit den praktischen Erfordernissen verbindet, wobei sie besonders Wert darauf legt, dass inhaltsgerechtem typografischen Gestalten stets Vorrang gegenüber modischen Strömungen eingeräumt wird. Das "Handwerkszeug" des Typografen wird mit einprägsamen Beispielen vorgestellt und exemplarisch gezeigt, wie aktuelle Typografie auf die Herausforderung einer Form-Inhalt-Entsprechung reagieren sollte. Ein Glossar erläutert wichtige Fachbegriffe und erleichtert dem Nicht-Typografen den Einstieg in dieses Spezialgebiet des Grafik-Design. Der Autor Albert Ernst, geb. 1958, studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Wiesbaden, später Buchwissenschaft (Promotion) und Freie Bildende Kunst und Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Promotion in Buchwissenschaft 2004. Selbständig als Diplom Designer tätig und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Mainzer Institut für Buchwissenschaft.
ISBN: 9783826027086 Reihen Nr: Film Band Nr: 2 Erscheinungsahr: 2004 Seitenanzahl: 162 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Uwe Johnsons "Jahrestage" ist ein Montageroman: Die Hauptfigur Gesine Cresspahl reflektiert ein Jahr lang ihre Familiengeschichte, einmontiert werden unter anderem Nachrichten aus der "New York Times". "Tante Times" und "Tagebuch der Welt" - das sind nur zwei der Titel, die die Zeitung im Roman trägt, und die ihre Bedeutung dokumentieren. Welche Rolle spielt die "New York Times" im Roman und wie wird der darauf aufbauende Mediendiskurs präsentiert? Diesen Fragen geht diese Arbeit mithilfe der Diskursanalyse nach Michel Foucault nach. Sie erörtert die Funktionen der "New York Times" umfassend und erfaßt sie systematisch. Dabei liegt der Akzent auf der Zeitung als Repräsentantin der Gesellschaft sowie als Erzählmedium. Die formale Einarbeitung der Artikel, die Funktionen der Zeitungslektüre für Gesine und für den Romanaufbau sowie das enge Verhältnis der Protagonistin zum Medium sind Gegenstände der Untersuchung. Verglichen werden zudem das dargestellte Medienbild und Gesines Rezeptionsverhalten mit in der Kommunikationswissenschaft prominenten Theorien. Diese Methode wirft neues Licht auf Gesines Mediennutzung und auf ihre Medienkompetenz. Aus der Charakterisierung des Mediendiskurses als Interdiskurs aber auch als eigenständiges Machtprinzip wird schließlich die Medienkritik Johnsons und seine Utopie des menschlichen Zusammenlebens erarbeitet. Die Autorin Isabel Plocher studierte Germanistik, Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft an den Universitäten Bamberg und Liège und ist journali-stisch tätig.
ISBN: 978-3-8260-2728-4 Reihen Nr: Film Band Nr: 3 Erscheinungsahr: 2004 Seitenanzahl: 195 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Berühmt wurde W.G. Sebald mit "Die Ausgewanderten", jenen Erzählungen über die Schicksale von Menschen, die unter anderem der Holocaust ins Exil zwang. Doch die teilweise beobachtbare Verengung der Sebaldrezeption auf die Kontexte von Holocaust und Erinnerung wird den sich über Jahrhunderte erstreckenden Geschichtserzählungen in Sebalds Büchern, die weit über die Ereignisse des Holocaust hinausgreifen, nicht gerecht. Um eine Deutung seiner hochkomplexen Geschichtsdarstellung und -reflexion zu unternehmen, verknüpft die Studie die Geschichtsthematik mit Sebalds zentralem literarischen Verfahren, der Intertextualität. Denn fast durchgehend vermittelt dieser Autor Historie über Prätexte, sei es über Literatur, Gemälde oder Fotografien. Auf der Basis einer systematischen Darstellung intertextueller und intermedialer Bezugstypen durchleuchtet die Arbeit die Struktur der Sebaldschen Geschichtserzählung und deutet schließlich ausgewählte Einzeltextreferenzen wie z.B. Bezüge auf Thomas Browne, Stendhal, Jorge Luis Borges oder Joseph Conrad. Immer wieder geht es dabei etwa um Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung von Leiden und Vernichtung, um Modelle hi-storischer Zeitabläufe, um das Subjekt als Träger der Überlieferung und die Geschichte als Rätsel. Die Autorin Susanne Schedel, Jahrgang 1973, hat Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft studiert. Zahlreiche wissenschaftliche, literarische und journalistische Veröffentlichungen.
ISBN: 978-3-8260-2982-0 Reihen Nr: Film Band Nr: 9 Erscheinungsahr: 2005 Seitenanzahl: 96 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Kaffeehaus und Labor, Lese- und Operationssaal scheinen zwei konträre Welten zu repräsentieren - und dennoch gibt es Grenzgänger, die den Diskurs der Medizin und der Literatur gleichzeitig in sich tragen. Gottfried Benn ist ein "dichtender Doktor", der die Heillosigkeit des Seins mit dem Skalpell skizziert und disparate Welten von Verklärung und Verwesung auf "medizynische" Weise verbindet. Der Band untersucht anhand der Morgue-Lyrik und der Rönne-Novellen die Diskurse um das Ärztliche, Krankheit und Morbidität, deren kritische Potentiale dem Leser wie blutige Wunden entgegenklaffen. Die Arztfigur Dr. Rönne, eine Autopathographie Benns, ist getrieben zwischen Erkenntnisgewinn und Persönlichkeitsverlust - doch die zerebrale Selbstsezierung in einer dissoziierten Wissenschaftswelt hält neben Abgründen auch ungeahnte Innerlichkeiten bereit: Sie öffnet mit der Hirnrinde gleichsam den Raum für dionysische Utopien des Südens und für das Rauschhafte. Verstand und Verlangen amalgamieren zu einer neuen fragmentarischen Form zwischen schizophrener Selbstauflösung und Sehnsüchten nach Umgrenzung. Der Autor Thomas Homscheid, geb. 1979, studierte Germanistik und Journalistik an der Universität Bamberg.