ISBN: 978-3-8260-3012-3 Erscheinungsahr: 2006 Seitenanzahl: 291 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Bildliche Darstellungen nehmen nicht nur in der Didaktik der Augenheilkunde und der ophthalmologischen Forschung, sondern in der Medizin insgesamt einen hohen Stellenwert ein. Vor diesem Hintergrund konzipierten die Herausgeber das Editionsprojekt eines der ersten stereoskopischen Atlanten, welcher unter der Leitung des Breslauer Medizinprofessors Albert Neisser sowie unter Beteiligung einer Vielzahl deutschsprachiger Augenärzte zwischen 1895 und 1906 publiziert wurde. Die erstaunlichen 3D-Aufnahmen sind dabei nicht nur von großem Wert für die heutige medizinische Ausbildung. Vielmehr gestatten sie eine Art virtuellen Besuch in den Augenkliniken Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zum Fin de Siècle und lassen die Umstände der klinischen Behandlungssituation der damaligen Zeit recht drastisch erfahrbar werden. In dieser Eigenschaft stellen die präsentierten Stereofotografien von Patientinnen und Patienten auch eine interessante medizinhistorische Quelle für den soziokulturellen Kontext des ausgehenden 19. Jahrhunderts dar und ermöglichen Einblicke in Wahrnehmungs- und Umgangsformen zeitgenössischer Ärzte gegenüber ihrer medizinischen Clientèle. Die Betrachtung der Stereofotografien trägt deshalb mit dazu bei, die zeitgenössische Ikonografie der klinischen Abbildung sowie der theoretischen Augenpathologie um 1900 erneut präsent werden zu lassen. Dem wieder abgedruckten Atlas ist eine historische Einleitung vorangestellt, die in relevante Entwicklungsstufen der Fotografiegeschichte sowie der Sozial- und Kulturgeschichte der medizinischen Abbildung einführt. Zugleich wird der medizinhistorische Kontext im Erscheinungszeitraum des Atlasses beschrieben, und die beteiligten Autoren finden eine individuelle biografische Einordnung. Die Herausgeber Frank Stahnisch, wiss. Ass. am Lehrstuhl für Geschichte der Medizin (FAU Erlangen-Nürnberg). Antonio Bergua, Oberarzt in der Augenklinik mit Poliklinik (FAU Erlangen-Nürnberg). Bei K&N als Mithrsg. bereits: "Santiago Ramón y Cajal: Die Rache des Professors Max von Forschung" (K&N 1997). Ulrich Schönherr, Vorstand der Augenabteilung des Konventhospitals in Linz (A), apl. Professor (FAU Erlangen-Nürnberg).
ISBN: 9783826033148 Erscheinungsahr: 2006 Seitenanzahl: 324 Sprache: deutsch Kurzinhalt: Schon die nahe Zukunft wird für die Zahnmedizin wesentliche Herausforderungen mit sich bringen: Das Fach steht vor der Einführung einer neuen Approbationsordnung, und die Studierenden werden künftig viel später mit spezifisch zahnmedizinischen Lehrinhalten und Verrichtungen konfrontiert. Mit anderen Worten: Die Zahnheilkunde befindet sich in einem Umbruch und formiert sich in wichtigen und zentralen Fragen neu. Vor diesem Hintergrund kommt dem Blick in die Geschichte besondere Bedeutung zu. Im historischen Umfeld treten Kontinuitäten und Diskontinuitäten, aber auch folgenschwere (richtige wie falsche) Entscheidungen deutlicher hervor. Die Professionalisierung der deutschen Zahnärzteschaft, die Spezialisierung im Bereich der Zahnheilkunde, der Dualismus zwischen approbierten und nichtapprobierten Zahnbehandlern, die Entwicklung der schulzahnärztlichen Prophylaxe, die Geschlechterfrage, die Auseinandersetzungen um die Zulassung der Zahnärzte zur Kassenbehandlung und nicht zuletzt die Ethik des zahnärztlichen Handelns sind wichtige und zentrale Themen dieses Sammelbandes von Dominik Groß. Der Autor Der Medizinhistoriker und -ethiker Dominik Groß absolvierte die Studiengänge Medizin, Zahnheilkunde und Geschichte/Philosophie und promovierte an den Universitäten Homburg, Saarbrücken und Ulm zum Dr. med., Dr. med. dent. und Dr. phil. 1998 habilitierte er sich an der Universität Würzburg. Professor Groß ist seit 2005 Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und Inhaber des gleichnamigen Lehrstuhls am Universitätsklinikum der RWTH Aachen.